Psychosoziale Versorgung im Landkreis Forchheim gemeinsam stärken

Quelle: Gesundheitsamt Forchheim

14. Sitzung des AK 3 Region Forchheim verbindet fachlichen Austausch mit dem Blick auf Versorgungslücken

Am 28. Oktober 2026 kamen Fachkräfte der psychosozialen Versorgung zur 14. Sitzung des Arbeitskreises 3 Region Forchheim der Psychosozialen Arbeitsgemeinschaft (PSAG) Bamberg–Forchheim zusammen. Im Mittelpunkt standen aktuelle Präventions- und Beratungsangebote, die Zusammenarbeit im Gesundheitsamt sowie die Unterstützung von Menschen mit Suchterkrankungen. Zugleich machten die Beiträge deutlich, an welchen Stellen wichtige Versorgungsangebote fehlen oder nur schwer zugänglich sind.

Zu Beginn berichtete Lea Engelhardt, Sozialpädagogin am Gesundheitsamt Forchheim, in Vertretung des AK-Sprechers Herrn Malzer (ASB) aus der Vollversammlung der PSAG Bamberg–Forchheim. Dabei ging es unter anderem um die aktualisierten Onlineangebote des psychosozialen Wegweisers und des Beratungsführers sowie um die weitere Vernetzung der Einrichtungen.

Anschließend stellten Michaela Ebert und Lea Engelhardt vom Gesundheitsamt die Arbeit der Arbeitsgruppen vor. Die AG Öffentlichkeitsarbeit hatte die Veranstaltungen zur Woche der seelischen Gesundheit gebündelt und gemeinsam beworben. Beim Rückblick tauschten sich die Teilnehmenden über die verschiedenen Aktionen aus. Für die AG Sucht standen die Aktionswoche Alkohol und der bevorstehende Fachtag „Sucht und psychische Gesundheit“ am 25. November 2026 im Vordergrund. Der Aktionstag „Alkohol und Hitzeschutz im Fokus“ auf dem Forchheimer Paradeplatz verband Suchtprävention mit Informationen zum Gesundheitsschutz. Der Fachtag richtet sich an Fachkräfte in der Kinder- und Jugendarbeit und greift unter anderem Medien- und Spielsucht, Depressionen, Essstörungen sowie den Konsum von Vapes und anderen Substanzen auf.

Wie Prävention, Beratung und Versorgung ineinandergreifen, zeigte die Vorstellung der Schnittstellenarbeit im Gesundheitsamt. Ärztin Lara Schanz erläuterte die Aufgaben des ärztlichen Dienstes und der Gesundheitsregionplus. Neben Prävention und Gesundheitsschutz ging es darum, medizinische und soziale Angebote im Landkreis besser aufeinander abzustimmen und für die Bevölkerung erreichbar zu machen.

Michaela Ebert und Lea Engelhardt stellten die sozialpädagogischen Arbeitsbereiche vor: die staatlich anerkannte Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen, die psychosoziale Beratung, Gesundheitsförderung und Prävention sowie die Mitwirkung in der Fachstelle für Pflege- und Behinderteneinrichtungen – Qualitätsentwicklung und Aufsicht (FQA). Beispiele wie die Präventionskonferenz und der Mehrgenerationentag veranschaulichten die Zusammenarbeit mit regionalen Partnern.

Konkrete Einblicke in die Suchthilfe gab Ricardo Kühne, Leiter der soziotherapeutischen Einrichtung Haus Talbach in Ebermannstadt. Die Einrichtung begleitet erwachsene Menschen mit chronischen Abhängigkeitserkrankungen auf dem Weg zu einem abstinenten und selbstbestimmten Leben. Zum Konzept gehören eine verlässliche Tagesstruktur, Arbeits- und Beschäftigungsangebote sowie Einzel- und Gruppengespräche. Aufgrund der hohen Auslastung besteht derzeit eine Warteliste.

Kühne schilderte zugleich erhebliche Schwierigkeiten bei der medizinischen Anbindung der Bewohnerinnen und Bewohner. Für Menschen mit Suchterkrankungen und insbesondere mit Doppeldiagnosen, also einer Suchterkrankung und einer weiteren psychischen Erkrankung, sei der Zugang zu neurologischen, psychiatrischen und auch hausärztlichen Praxen in der Region äußerst schwierig. Fehlende Kapazitäten erschwerten eine kontinuierliche Behandlung, die für die Begleitung dieser Menschen besonders wichtig sei.

Frau Auer, stellvertretende Geschäftsführerin des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) Bamberg/Forchheim, zog anschließend eine erste Bilanz zur 2026 eröffneten Jugendsuchtberatungsstelle. In diesem Zusammenhang wurde eine weitere Versorgungslücke deutlich: Nach den Schilderungen in der Sitzung fehlen in den Landkreisen Bamberg und Forchheim Entgiftungsplätze für Kinder und Jugendliche. Der dringende Bedarf an entsprechenden Angeboten wurde ausdrücklich hervorgehoben.

Die Sitzung bot Gelegenheit, Angebote genauer kennenzulernen, Erfahrungen auszutauschen und Kontakte für die weitere Zusammenarbeit zu vertiefen. Die geschilderten Versorgungslücken zeigten zugleich, wo über die Vernetzung hinaus Handlungsbedarf besteht. Der AK 3 führt diesen fachlichen Austausch fort, um die psychosoziale Unterstützung im Landkreis Forchheim gemeinsam weiterzuentwickeln.

Teilnehmer AK3 Region Forchheim der PSAG Bamberg-Forchheim Bild: © Gesundheitsamt Forchheim